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Komponist
Begonnen hat der heute 60jährige im Alter von sechs Jahren mit den Geigenspiel, wenige Jahre später wirkte er bereits bei Kirchenchoraufführungen mit.

Seine ersten Versuche mit der Trompete  bereiteten ihm jedoch Schwierigkeiten.

Drei Wochen ließ sich dem Instrument kein Ton entlocken.
"Franzi" , so sein damaliger Lehrer, "nimm deine Trompete mit nach Hause und komm´ wieder, wenn du einen Ton herausbringst!"

Nach wochenlangen Versuchen war es endlich soweit, und nach nur sechsmonatiger Ausbildung holte ihn der damalige Kapellmeister Franz Zeinlinger zur Salinenmusikkapelle.

1954 gründete der Jungmusiker mit Kollegen das "Hofer-Quartett" ("Hofer Buam") , und es war das Musizieren in dieser Gruppe, das den Flügelhornisten und Trompeter schließlich zum Komponieren bewegte.

"Nebenbei gab es das Quartett, und weil damals eben keine Noten zur Verfügung standen und fast alles auswendig gespielt wurde, begann ich, um das Zusammenspiel zu verbessern, zu komponieren."

Der Spontaneität seiner Einfälle entsprechend, benutzte der ehemalige Salinenarbeiter für seine Ideen mitunter recht ungewöhnliches Notenpapier.

"Auf der hinteren Seite der Salzpackerl zeichnete ich die Notenlinien vor, und so habe ich dann die meisten Stücke geschrieben."

Um die zwei Stunden dauerte es, bis ein Walzer in Quintettbesetzung niedergeschrieben war.

"Ich habe nie Noten gekauft. Mein Bestreben war immer, dass wir selbst arrangierte oder komponierte Stücke hatten oder Werke, die ganz einfach andere nicht spielten."

Dass die Literatur der "Hofer Buam" zumeist aus der Feder des Franz Hofer stammt, hat freilich bereits mehr als einmal die Aufmerksamkeit des interessierten Publikums geweckt. So kam es auch, dass im Laufe eines mittlerweile Jahre zurückliegenden Ausfluges das Interesse einmal allzugroß wurde, mit der Folge, dass eine mitgeführte Tasche mit den Flügelhornstimmen auf Nimmerwiedersehen verschwand.

"Seitdem spiele ich eigentlich alles auswendig."

Eine doch beachtliche Leistung bei den unzähligen Polkas, Walzer, Märschen und
Volksweisen, die der Musiker für die "Hoferbuam" geschrieben hat.
Für die Salinenmusikkapelle komponierte, bzw. arrangierte er Potpourris, Konzertmärsche, Polkas, Walzer Solostücke für Flügelhorn, eine Ouvertüre und auch sakrale Musik.
Angesprochen auf sein vielfältiges musikalisches Wirken und Schaffen reagiert Franz Hofer zurückhaltend.

Trotzdem beobachtet der erfahrene Vollblutmusiker die gegenwärtigen Tentenzen in der Blasmusik kritisch.

"Ich stelle mir unter Blasmusik etwas "Uriges" vor". Traditionelle Blasmusik werde zu sehr vernachlässigt und oft fehle, auch bei guten Musikern, "Feuer und Temperament".

Nachdem er selber noch mit diesen Eigenschaften bei seiner Salinenmusik am Werke ist, kann man nur wünschen, das er noch etliche Jahre der Kapelle die Treue hält.

Thomas Hödlmoser